„Zurück für die Zukunft“ – Digitale Vernetzung von Rückkehr- und Fachkräfteinitiativen
  • Rückkehrinitiativen werben um Fachkräfte für ihre Region und unterstützen Rückkehrende dabei, in ihrer alten Heimat wieder Fuß zu fassen.

  • Dabei geht es nicht nur um Fachkräftesicherung. Rückkehrinitiativen sind integrativ tätig, gestalten den Wandel der Arbeitswelt aktiv mit und fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort.

  • Best Practice und Austausch: Am 4. Mai 2021 fand das digitale Vernetzungstreffen „Zurück für die Zukunft“ für Rückkehrinitiativen und Fachkräftenetzwerke statt.

Durch die Coronakrise haben sich viele Herausforderungen für den Arbeitsmarkt und für die Gesellschaft als Ganzes neu sortiert. Essenziell bleibt die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften. Wichtiger denn je wird die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Rückkehr- und Fachkräfteinitiativen leisten auf diesen Feldern wertvolle Arbeit. Sie wirken im Spannungsfeld zwischen demografischem Wandel und den neuen Möglichkeiten der Arbeitswelt. Sie werben für ihre Region und um Weggezogene und stärken damit Regionen, die besonders vom Fachkräftemangel betroffen sind. Sie unterstützen Rückkehrende und erleichtern diesen das Ankommen in der alten und neuen Heimat.

Digitales Vernetzungstreffen für Rückkehr- und Fachkräfteinitiativen

Über 190 Akteur*innen aus ganz Deutschland kamen unter dem Motto „Zurück für die Zukunft“ am 4. Mai 2021 auf Einladung der Bundesministerien für Arbeit und Soziales (BMAS) und für Wirtschaft und Energie (BMWi) zusammen.

Ziel der Veranstaltung war es, die Vernetzung der Initiativen untereinander zu fördern, Best Practices auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln, wie auf die bestehenden Herausforderungen auch unter dem Eindruck der Coronapandemie reagiert werden kann.

Die wichtigen Impulse der Rückkehr- und Fachkräfteinitiativen für die Regionen diskutierten die Staatssekretäre Björn Böhning (BMAS), Marco Wanderwitz (BMWi) und Staatssekretärin Susi Möbbeck (Sachsen-Anhalt) – verbunden mit einem Dank für das wertvolle, oft auch persönliche Engagement, der Netzwerkakteur*innen.

Best Practice und Impulse rund um das Thema Rückkehr

Dass der Weg zurück nicht immer der einfachste und das Werben um Rückkehrende oft kein Selbstläufer ist, konnten die Teilnehmenden mit Vertreter*innen etablierter Initiativen in drei Fachforen diskutieren. Mit Blick auf die Coronakrise kam es dabei auch zu überraschenden Erkenntnissen.

Forum 1: Digitalisierungsschub durch Corona: Herausforderungen und Chancen für Rückkehrinitiativen

Was sind die größten Herausforderungen für Rückkehrinitiativen vor dem Hintergrund der Coronapandemie? Welche neuen Möglichkeiten können ergriffen werden?

Eindrücklich schilderte Sigrun Kreuser, Leiterin der „Agentur Wendlandleben“, in ihrem Impuls-Vortrag, wie ihre Fachkräfteinitiative mit dem Ausbruch der Coronapandemie innerhalb kürzester Zeit alle Aktivitäten digitalisieren musste. Dass dabei nicht nur Hürden zu bezwingen waren, sondern auch neue Chancen ergriffen werden konnten, zeigten viele kreative Beispiele in der Diskussion. So wurde von zwei Familien berichtet, die sich durch digitale Vernetzungsformate bereits vor ihrer Rückkehr kennenlernten und schließlich gemeinsam auf Haussuche gingen. Die Coronapandemie schränkt zwar den persönlichen Kontakt ein, gleichzeitig können im digitalen Raum aber auch Distanzen abgebaut werden.

Die Ergebnisse von Forum 1 im kurzen Überblick: Themen, Best Practice und Ideen (PDF, 95 KB)

Forum 2: Wie Heimat wieder Heimat wird: Die Erfahrungen von Rückkehrerinnen und Rückkehrern

Welche Faktoren sind für das soziale Miteinander wichtig? Welche Aktivitäten zur Verbesserung des Miteinanders können von Rückkehrinitiativen umgesetzt werden?

Forum 2 wurde von Sandra Spletzer eröffnet. Sie ist Koordinatorin des Rückkehr-Netzwerks „Ankommen in Brandenburg“ und in der Willkommensagentur „Comeback Elbe-Elster“ aktiv. Welche Faktoren für eine erfolgreiche Rückkehr entscheidend sind, hat ihre Initiative wissenschaftlich untersucht. Ganz vorne: Offenheit, Wertschätzung, Akzeptanz – und zwar von beiden Seiten. Entsprechende Angebote für ein soziales Miteinander zu bündeln sowie Begegnungsräume für Alteingesessene und Rückkehrende zu schaffen, sei eine der wichtigsten Aufgaben von Rückkehrinitiativen.

Die Ergebnisse von Forum 2 im kurzen Überblick: Themen, Best Practice und Ideen (PDF, 167 KB)

Forum 3: Vom Like zur Rückkehr: Wie Rückkehrinitiativen soziale Medien optimal nutzen

Wie können soziale Medien und digitale Werbearbeit Rückkehrinitiativen unterstützen? Wo liegen die Chancen und Stolpersteine?

Anett Reiche von der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF) berichtete in ihrem Impulsvortrag vom Reichweitengewinn, der durch das Zusammenspiel verschiedener Kommunikationskanäle möglich ist. In der Diskussion wurde zudem deutlich, dass es gerade in sozialen Medien nicht nur um Sachinformationen gehen darf. Es sei auch wichtig, Nähe zu vermitteln, alte Heimatgefühle zu wecken und die Rückkehrwilligen emotional abzuholen. Eine Rückkehrinitiative berichtete darüber, wie sie die eigenen Social-Media-Kanäle mithilfe einer Social-Media-Agentur professionalisierte – und davon bis heute profitiert.

Die Ergebnisse von Forum 3 im kurzen Überblick: Themen, Best Practice und Ideen (PDF, 168 KB)

Die Konferenzplattform ist bis zum 17. Mai 2021 hier öffentlich zugänglich. Neben dem Programm finden Sie dort auch Video-Visitenkarten von beteiligten Rückkehrinitiativen und Fachkräftenetzwerken.

Sie sind ebenfalls in einer Rückkehrinitiative oder einem Fachkräftenetzwerk aktiv und möchten in die Netzwerkdatenbank aufgenommen werden, um mit anderen Initiativen und Interessenten Ihrer Arbeit in Kontakt zu kommen? Dann sprechen Sie uns gern an: netzwerkbuero@inqa.de

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