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„Allyship findet nicht im Stillen statt“
  • Die Diversity-Konferenz zeigte Erkenntnisse und Methoden, wie aktive Solidarisierung (Allyship) die Vielfalt in Unternehmen fördert.
  • Allyship setzt auf Mitarbeiter*innen, die gegen Geschlechterungerechtigkeit, Ausgrenzung und Rassismus eintreten – ohne selbst betroffen zu sein.
  • Fünf Tipps, wie sich Betriebe und Beschäftigte beim Thema Diversity engagieren und zeigen: Wir sind Allys!

Am 11. und 12. November fand in Berlin die 10. Diversity-Konferenz als digitale Veranstaltung statt. Unter dem Motto „Allyship – gemeinsam für Vielfalt“ teilten Entscheider*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik praktisches Wissen sowie neueste Erkenntnisse, Best-Practice-Beispiele und Methoden für den Arbeitsalltag. Alle Menschen sollen ihr Potenzial entfalten können, unabhängig von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität, Herkunft und Behinderung. Ziel der Konferenz ist es, Vielfalt in der Arbeitswelt noch bewusster zu gestalten und zu leben. Dafür ist vor allem gemeinsames Engagement in Unternehmen wichtig – Allyship (engl. aktive Solidarisierung).

Mit Allyship offen für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

Fast die Hälfte der LSBTIQ*-Menschen in Deutschland traut sich nicht, sich am Arbeitsplatz zu outen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderung erleben immer wieder Diskriminierung. Das wirkt sich auf die Arbeitsleistung aus. Hier können Allys in den Betrieben helfen: engagierte Kolleg*innen, die sich aktiv solidarisieren und Betroffene bei Geschlechterungerechtigkeit, Ausgrenzung und Rassismus unterstützen. „Allyship ist ein individueller Prozess. Wir können Unternehmen nicht sagen, bau mal ein Ally-Team auf. Das funktioniert so nicht. Die Initiative muss immer aus einer persönlichen Überzeugung heraus funktionieren,“ sagt Arne Lehmann, Leiter der Netzwerkstelle „Unternehmen Vielfalt“ des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) in Nordrhein-Westfalen. Mit ihrem kostenlosen Angebot unterstützt die Netzwerkstelle kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sich speziell für das Thema Diversity mit dem Fokus LSBTIQ* interessieren. Denn gute Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für ein offenes und sensibles Arbeitsumfeld.

So zeigen KMU Flagge: 5 Tipps für Unternehmen

KMU verfügen über andere Ressourcen als ein Konzern. So haben viele Großbetriebe unternehmensinterne Netzwerke speziell zum Thema LSBTIQ*. „Aber auch KMU haben Wege und Möglichkeiten, sich klar zu positionieren und Allyship im Unternehmen zu verankern“, sagt Arne Lehmann von der Netzwerkstelle. Mit diesen Tipps können sie Vielfalt im Unternehmen fördern:

Offene Außendarstellung

Über die Website können KMU ein deutliches Zeichen setzen und sich beispielsweise als LSBTIQ*-offen positionieren. Das wirkt nach außen und nach innen. Denn Veränderungsprozesse im Betrieb brauchen ein klares Bekenntnis der Unternehmensführung.

Selbstreflexion und Sensibilisierung im Betrieb praktizieren

In Workshops lernen Führungskräfte und Personalverantwortliche die Mechanismen unbewusster Diskriminierung kennen. Sie begegnen eigenen Vorurteilen und können sensibler im Betrieb agieren.

Sprache gendersensibel einsetzenIndem Beschäftigte in ihrer E-Mail-Signatur Pronomen neben ihrem Namen angeben, entstigmatisieren sie auch die Pronomen-Angabe für Kolleg*innen, die sich z.B. keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen. Eine neutrale Ansprache mit Vor- und Zunamen ist ebenfalls ein Akt von Allyship.Interne Deeskalationsprozesse etablieren

Im Fall von Diskriminierung ist es wichtig, im Betrieb eigene Deeskalationsprozesse zu etablieren. Dazu gehört es, Ansprechpartner*innen im Betrieb zu benennen, an die sich betroffene Kolleg*innen wenden können.

Expertise aneignenAls Ally ist es hilfreich, gute Argumente an der Hand zu haben. Das hilft, um in Gesprächen und Diskussionen kenntnisreich und faktensicher zu überzeugen. Betriebe können hier mit Weiterbildung unterstützen.

Dreh- und Angelpunkt für mehr Solidarität und Chancengleichheit ist eine offene und sensible Unternehmenskultur. Dazu gehören das Engagement für Inklusion im Betrieb und die klare Verankerung von Allyship. Mit einem Diversity Management können KMU wichtige Grundlagen schaffen. Das ist ein ganzheitliches Managementkonzept, das Vielfalt in der Belegschaft als Erfolgsfaktor begreift und auf die Anerkennung und Wertschätzung aller Beschäftigten setzt. So kann es gelingen, alle Mitarbeiter*innen mitzunehmen und respektvoll zu behandeln.

unternehmenWert:Mensch ESF-Programm

Im Rah­men des ESF-Pro­gramms un­ter­neh­men­Wert:Mensch kön­nen KMU ei­ne Pro­zess­be­ra­tung im Hand­lungs­feld Viel­falt in An­spruch neh­men (För­de­rung von bis zu 10 Be­ra­tungs­ta­gen).

Neuer Programmzweig uWMWomen in Tech“

Wo­men in Tech“ heißt ein neu­er Pro­gramm­zweig im Rah­men der IN­QA-Be­ra­tung. Da­mit wer­den klei­ne und mitt­le­re Un­ter­neh­men der IT- und Tech-Bran­che un­ter­stützt, ih­re Per­so­nal­po­li­tik di­ver­si­täts­ori­en­tier­ter auf­zu­stel­len.

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