Sprachförderung ist sehr wichtig, um Menschen aus anderen Ländern schnell und gut in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Als Führungskraft benötigen Sie einen Überblick über mögliche Maßnahmen, um Ihre neuen Fachkräfte wirkungsvoll zu unterstützen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist die erste Anlaufstelle für Fördermaßnahmen des Bundes. Dort finden Sie Informationen zu verschiedenen Integrationskursen. Auszubildende aus dem Ausland haben Anspruch auf einen Berufssprachkurs (BSK). Es gibt offizielle Sprachkurse, um fachspezifische Deutschkenntnisse zu erwerben. Zusätzlich gibt es Angebote von Sprachlernportalen und Apps sowie kreative Lösungen in Betrieben. Oft sind es kleine individuelle Hilfestellungen, wie zum Beispiel Nachhilfe durch pensionierte Lehrer*innen und engagierte Kolleg*innen, Sprachtandems oder Vokabelhausaufgaben, die zum Erfolg führen.
Diese Tipps zur Sprachförderung helfen im Alltag
Sprachen funktionieren über Hören, Sehen und Sprechen. Nach und nach wächst das Sprachverständnis. Für den Alltag gibt es jede Menge Tipps und Tricks, die Fachkräften aus dem Ausland beim Deutschlernen helfen:
Ermutigen Sie eingewanderte Fachkräfte, sich neue Wörter aufzuschreiben, die ihnen im Alltag begegnen. Ganz nebenbei erweitern sie ihren Wortschatz, indem sie sich die Wörter regelmäßig anschauen.
Kleine Haftzettel sind ideal zum Erlernen einer Fremdsprache. Wichtige Vokabeln können auf Klebezetteln notiert und an den Gegenständen angebracht werden, die sie bezeichnen. So sind diese Wörter täglich präsent und prägen sich leichter ein.
Empfehlen Sie Ihren Fachkräften aus dem Ausland, Zeitungen, Radio oder Fernsehen in deutscher Sprache zu nutzen. Das ist zwar zu Beginn anstrengend, fördert aber schnell das Hör- und Leseverständnis.
Fehler sind erlaubt. Ermutigen Sie eingewanderte Fachkräfte, so viel wie möglich auf Deutsch mit Muttersprachler*innen zu sprechen – auch wenn sie sich unsicher fühlen.
Eine Sprache lernt niemand über Nacht, doch mit kleinen täglichen Übungen lassen sich gute Fortschritte erzielen.
Bei Schwierigkeiten und Verständnisfragen, zum Beispiel in der Berufsschule, kann es helfen, wenn sich Kolleg*innen oder die Geschäftsführung Zeit nehmen und diese Inhalte noch einmal erklären.
Nicht auf Englisch ausweichen: Wenn im Betrieb alle ausschließlich Deutsch sprechen, unterstützen sie die neuen Kolleg*innen beim Spracherwerb und beschleunigen zugleich die Integration.
Verwenden Sie wenn möglich ein unkompliziertes Deutsch mit einfachen Vokabeln und möglichst vielen Hauptsätzen. Auch auf Dialekte sollte man nach Möglichkeit verzichten, damit Fachkräfte aus dem Ausland möglichst schnell die deutsche Sprache lernen können.
Synergien nutzen: Schließen Sie sich mit anderen Betrieben aus der Umgebung, die eingewanderte Fachkräfte beschäftigen, zusammen und bieten Sie gemeinsam Sprachfördermaßnahmen an. So lernt es sich leichter.
Sprachförderung digital: Deutschkurse im Netz und per App
Der Markt der Online-Sprachkurse und Sprach-Apps ist in den vergangenen Jahren vielfältiger geworden. Es gibt auch im Internet zahlreiche Wege für Eingewanderte, um Deutsch zu lernen. Sie sind kein Ersatz für berufsbezogene Deutschkurse, können aber beim Lernen unterstützen. Folgende Anlaufstellen und Apps bieten kostenlose Sprachförderung:
Im Internet gibt es einige bewährte Portale zum Erlernen vieler Sprachen, die in der Basisversion oft kostenlos sind. In interaktiven Übungen kann man auf der jeweiligen Website oder per App seinen Wortschatz erweitern sowie Grammatik und Aussprache erlernen.
Durch Sprachförderung gelingt die Integration im Betrieb
Die Praxis zeigt: Viele Arbeitgeber*innen unterstützen ihre Fachkräfte aus dem Ausland beim Erlernen der deutschen Sprache, um den Einstieg in den Beruf und die Integration in die Belegschaft zu erleichtern. Das ist wichtig, denn die deutsche Sprache ist für viele Sprachschüler*innen eine echte Herausforderung.